Konzertante Uraufführung vorgesehen am 12.2.86 im Rahmen eines
Konzerts der Berner Musikgesellschaft unter Leitung von Peter Maag.
Wilder umkreist, motivisch sich an die überlieferten
Fakten zur Auftragserteilung für das Requiem haltend, das schöpferische Geheimnis Mozarts und deutet dessen existenzielle
Demütigung als Voraussetzung für die Wahrhaftigkeit seines Lebenswerks.
Jahrelange Verhandlungen mit Wilder zur
Erlangung des Vertonungsrechts für drei seiner Mini-Theaterstücke scheiterten daran, daß der mit ihm befreundete Paul Hindemith
Schlafwagen Pegasus vor seinem Tod zu vertonen begonnen hatte. Nach einer Einigung mit dem Nachlaß-Verwalter vertonte ich
zwischen 1982 und 1985 die (einen Operneinakter-Abend bildenden) drei Stücke. Dabei ging ich von der Voraussetzung aus, daß
die bei der heutigen Indifferenz des Opernpublikums gegenüber neuen Lösungen kaum zu erwartende integrale Realisierung der
Trilogie sich kompensieren ließe durch die Eignung der einzelnen Einakter für das Fernsehen und die Kammerbühne im Stil von
David Freernan's Opera Factory. (Die beiden ersten Stücke sind sogar in einer Version für zwei Klaviere realisierbar.)
Die Musik dieses Werks ist insofern authentische Mozartmusik, als der dramatische Ablauf in Mozarts c-moll-Fantasie für
Klavier eingebaut ist. Außerdem sind das Menuett D-Dur und das Adagio hmoll, die ebenfalls zu Mozarts intimsten Klavierstücken
gehören, in den Ablauf integriert. Mozart zu seiner eigenen Musik auf der Bühne als schöpferisches Phänomen von einem der
bedeutendsten Schriftsteller unseres Jahrhunders gedeutet - muß das nicht jeden aufgeschlossenen Regisseur ansprechen?
Amadeus und der graue Bote ergibt auch eine ideale Vorgabe zum Requiem, bei dem die Orchesterbesetzung die gleiche ist.
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