Uraufführung: Festival de Montreux-Vevey am 15. Sept. 1980. Leitung: J.-M. Auberson. Auftragswerk von Radio Genf.
Die von verschiedenen Tristan-Versionen festgehaltene Rückkehr von Tristan an den Hof des Roi Marc, um als Narr verkleidet
seiner Geliebten noch einmal für eine Nacht zu begegnen, bildet den Inhalt dieser multimedialen, für verschiedene
Aufführungsrealitäten bestimmten Tristanvertonung. Der legendäre Haudlungsablauf wickelt sich, den direkten, im französischen
Original belassenen Dialogen von Bedier folgend, als statische Bilderfolge ab. Darum herum rankt sich mein Text
Das Unverlierbare,
der die Liebesleidenschaft Tristans aus dem Historischen ins Heutige rückt. (Er ist in die Sprache des jeweiligen Aufführungsortes
zu übertragen; Daniel Reiche! besorgte die franzö-sische übersetzung.) Damit soll auch einer der „klassischen” musikalischen
Darstellungsweise entfremdeten Hörerschicht der Tristan-Mythos nahe gebracht werden. Der Klang der Jazzrockgruppe bringt
dabei als tönendes Medium der Libido eine Dimension ein, die mir seit Strawinskys
Sacre für ein ganzheitliches Musikempfinden
unabdingbar zu sein scheint.
Zum Buchausschnit mit vollständigem Werk-Eintrag